Juhani Korpela von JänkäKoira ist ein in Lappland tätiger Angelführer, der vor allem für den Fang großer Hechte, das Fliegenfischen aus dem Belly Boat und sein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein bekannt ist. In diesem Interview erzählt Juhani, warum die Landschaften rund um Kilpisjärvi Lappland von seiner schönsten Seite zeigen, wann die größten Hechte vor dem Winter auf Raubzug gehen und warum eine einzige landesweite Angellizenz ein entscheidender Schritt für die Zukunft des finnischen Angelns wäre.

Was Lapplands Angeln besonders macht
Was sind die größten Unterschiede zwischen Lappland und Südfinnland?
Zu den größten Stärken Lapplands gehören saubere Gewässer und starke Fischbestände. Geangelt wird oft in unberührter Umgebung, in der die Natur auf eine ganz andere Weise präsent ist als im Süden.
Was bringt Ihre Gäste Jahr für Jahr nach Lappland zurück?
Neben den sauberen, fischreichen Gewässern kommen die Menschen vor allem wegen der Landschaften zurück. In Lappland ist das Angeln ein ganzheitliches Erlebnis, in dem die Natur eine ebenso wichtige Rolle spielt wie der Fang selbst.
Wenn Sie einem ausländischen Gast nur einen Angelort in Lappland zeigen dürften — welcher wäre es?
Die Wahl fällt schwer, denn es gibt unzählige großartige Reviere. Wenn ich mich auf einen Ort festlegen müsste, würde ich meinen Gast in die Landschaft von Kilpisjärvi mitnehmen. Sie zeigen Lapplands einzigartige Natur von ihrer schönsten Seite.
Was überrascht viele Touristen, wenn sie das Angeln in Lappland kennenlernen?
Viele sind überrascht, dass selbst in kleinen Bächen wertvolle Fischarten zu finden sind. Besonders erleben es viele auch, dass der selbst gefangene Fisch direkt frisch zubereitet werden kann.
Aus Gästesicht
Wem empfehlen Sie eine geführte Angeltour?
Besonders denen, die zum ersten Mal in einem neuen Gebiet angeln. Ortskenntnis hilft, die richtigen Stellen zu finden, und macht das Erlebnis spürbar lohnender.
Kann ein kompletter Anfänger in Finnland erfolgreich angeln?
Absolut. Mit einem kundigen Guide kann auch ein Erstfischer schöne Erfolgserlebnisse haben.
Welche Gäste erzielen in der Regel die besten Ergebnisse?
Die geduldigen. Beim Angeln wird Eile selten belohnt.
Was sollte ein Gast auf seine erste Angelreise nach Finnland mitnehmen?
Die richtige Einstellung. Angeln ist nicht nur die Jagd auf den Fang — es ist auch Erleben, Natur und einzigartige Landschaft.
Trophäenhecht-Angeln
Wann sind die Chancen auf wirklich große Hechte am besten?
Die größten Hechte werden häufig im September und Oktober gefangen, wenn die Gewässer kühler werden und sich die Fische auf den Winter vorbereiten.
Wie wirken sich die Jahreszeiten auf das Verhalten der Großhechte aus?
Der späte Herbst ist eine besonders spannende Zeit. Das kälter werdende Wasser regt den Hecht an, vor dem Winter noch einmal reichlich zu fressen.
Was war Ihr eindrücklichstes Erlebnis mit einem Großhecht und einem Gast?
Einer der unvergesslichsten Momente war ein Hecht von 15,2 Kilogramm, den ein Gast gefangen hat. Solche Fische bleiben einem ein Leben lang in Erinnerung.
Welche Fehler werden bei der Jagd auf Großhechte am häufigsten gemacht?
Zu viel Eile. Beim Großhechtangeln sollte man Hektik und das sogenannte „Drauflosspritzen“ vergessen. Ruhiges, sorgfältiges Fischen bringt die besten Ergebnisse.
Die Entwicklung des Guides
Was haben Sie in den letzten Jahren über das Angeln gelernt?
Ruhe und Respekt vor der Natur. Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass am anderen Ende der Schnur ein lebendiges Wesen hängt, das um sein Leben kämpft.
Hat Sie eine neue Angelmethode besonders begeistert?
Das Fliegenfischen auf Hecht aus dem Belly Boat hat mich gepackt. Die Bisse sind oft spektakulär und sorgen für unvergessliche Momente.
Wie hat sich das Angeln in Finnland im Laufe Ihrer Laufbahn verändert?
Die Menge an Elektronik ist enorm gewachsen. Die Technik hilft heute, die Fische so effizient zu finden wie nie zuvor.
Was hält Ihre Motivation hoch?
Vermutlich ein sehr alter, urtümlicher Jagdtrieb. Er treibt mich immer wieder hinaus aufs Wasser.
„Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass am anderen Ende der Schnur ein lebendiges Wesen hängt, das um sein Leben kämpft.“
Finnland aus Sicht des Angelreisenden
Warum ist Finnland eines der besten Angelziele Europas?
Die sauberen Gewässer des Nordens, weitläufige Wildnis und atemberaubende Landschaften machen Finnland zu einem einzigartigen Angelziel.
Welche Fischart sollte jeder Angler, der Finnland besucht, einmal ins Visier nehmen?
Ich bin durch und durch Hechtangler — also empfehle ich, das Hechtangeln auszuprobieren.
Welcher Monat ist der beste, um in Lappland zu angeln?
Der Spätsommer ist mein persönlicher Favorit. Die Natur zeigt sich von ihrer schönsten Seite und die Angelbedingungen sind oft hervorragend.
Lohnt sich geführtes Angeln?
Ja. Die Ortskenntnis eines Guides erhöht die Erfolgschancen erheblich.
Was sollte ein ausländischer Angler vor seiner Ankunft in Finnland wissen?
Es lohnt sich, sich vorab mit den Regeln zur Angellizenz vertraut zu machen.
Natur und die Zukunft der Fischbestände
Was sind die größten Herausforderungen für Finnlands Fischbestände?
Der Ausbau der Wasserkraft und die damit verbundenen politischen Entscheidungen beeinflussen die Zukunft vieler Fischbestände nach wie vor stark.
In welchen Bereichen haben Angler in den letzten Jahren Fortschritte gemacht?
Beim Maßhalten. Immer mehr Angler nehmen nur so viel Fisch mit, wie sie wirklich brauchen.
Wie kann der Angeltourismus zu mehr Verantwortung beitragen?
Indem er Wissen über den richtigen Umgang mit dem Fisch vermittelt — sowohl bei Fischen, die zurückgesetzt werden, als auch bei Speisefischen.
Wenn Sie eine Sache am Angeln in Finnland ändern dürften — was wäre es?
Eine einzige landesweite Angellizenz, mit der man auf allen Gewässern fischen darf.
Zum Abschluss
Welchen Rat würden Sie einem Angler geben, der zum ersten Mal nach Finnland kommt?
Nehmen Sie sich wenigstens für die ersten Tage einen Guide. So kommen Sie schneller mit den örtlichen Bedingungen und der Angelkultur in Kontakt.
Wie könnte man die Lage der finnischen Fischbestände in Zukunft verbessern?
Indem man mehr Fischtreppen, Fischpässe und Umgehungsgerinne an aufgestauten Flüssen baut. So ließen sich die natürlichen Wanderwege der Wanderfische besser wiederherstellen.